MishMash: Between Order and Chaos

EN: MishMash is an artist duo formed by Misha Leykin and Masha Sumnina, whose shared practice unfolds through dialogue, intuition, and constant negotiation. Based in Berlin after many years working between Moscow, New York, and elsewhere in the world, the duo brings together backgrounds in book illustration, graphic arts, and architecture. Their work resists a fixed formal language, instead evolving through process, collaboration, and a sustained engagement with contradiction.
The name MishMash was not carefully designed but accidentally given. Coined by a friend in New York who could not remember who was Misha and who was Masha, the word immediately resonated. “We understood immediately that this is it,” they recall. The name captured not only the merging of their identities but also their approach to making art. “It’s not only our names,” they explain, “but our approach to art, because we’re working with order and chaos in different directions, making order from chaos and chaos from order.” Rather than choosing one state over the other, MishMash remains committed to the tension between them.
Their collaborative process has no fixed structure and no consistent division of labor. Each project determines its own rhythm. “Every time it’s different,” they explain. Sometimes one initiates and the other responds. Sometimes the work emerges through accident, argument, or spatial thinking. Their different educational backgrounds help shape this dynamic. Misha, trained as an architect, describes his hesitation before making. “For me it’s always a big step to go from an idea to actually producing something,” he explains. “I have to judge if it’s really necessary.” Masha, by contrast, works through action. “I just start doing something and see where it ends up,” she says. Their practice exists somewhere between these impulses, not as a clash but as what they describe as a symbiosis.

Process holds a central place in their work, often more important than the finished result. They speak about entering a specific mental state while working, one in which time shifts and attention narrows. “Time becomes very special when you’re inside the process,” they explain. “It’s more special than being outside of it.” This focus on lived experience rather than outcome allows their work to remain open-ended, sometimes intentionally ephemeral.
Found materials play a recurring role, though never as a strict ideology. MishMash resists fixed doctrines, believing that rigid ideas can become oppressive. “Once you have one idea forever, it becomes authoritarian,” they say. Still, when looking back at their work, certain tendencies reappear. “If you analyze what we do, you can always find a return to recycling and reducing.” Rather than adding more objects to the world, they aim to shift perspective, working with what already exists and allowing meaning to emerge through transformation.

Inspiration, for MishMash, does not come from a clear external source. It arrives unpredictably, often from subconscious states rather than conscious searching. Misha describes it as a moment when “your brain disappears,” when fragments of memory suddenly connect. “Ideas come from the subconscious level,” he says, “but they have to find a crack in the conscious to come up.” These moments might be triggered by wandering through a city, encountering an object, or noticing something overlooked. The duo allows these impulses to surface without forcing them into predefined forms.
Their recent work in Berlin reflects an increasing interest in subtraction, fragmentation, and integration. Cutting into space, removing parts rather than adding, and working with absence have become ways of responding to displacement and adaptation. “You can see it as subtraction or integration,” they explain, reflecting on how these gestures mirror their own experience of situating themselves within a new cultural context.

Across all of MishMash’s work runs a consistent sensitivity to fragility, impermanence, and care. Their projects acknowledge decay, erosion, and transformation not as failures but as conditions of living and making. They are less interested in producing definitive objects than in creating situations where meaning can shift and evolve.
At its core, MishMash is a practice built on togetherness. Having lived and worked side by side for over two decades, their collaboration is inseparable from their shared life. Cooperation, intuition, and trust all shape their work equally. Rather than resolving contradictions, MishMash stays with them, allowing order and chaos to coexist. In doing so, they create a practice that remains open, responsive, and deeply human.

DE: MishMash ist ein Künstlerduo, bestehend aus Misha Leykin und Masha Sumnina, dessen gemeinsame Praxis sich durch Dialog, Intuition und ständige Aushandlung entfaltet. Nach vielen Jahren des Arbeitens zwischen Moskau, New York und anderen Orten der Welt leben und arbeiten sie heute in Berlin. Ihre unterschiedlichen Hintergründe in Buchillustration, Grafikdesign und Architektur fließen in eine Praxis ein, die sich einer festen formalen Sprache entzieht und sich stattdessen durch Prozess, Zusammenarbeit und eine anhaltende Auseinandersetzung mit Widersprüchen entwickelt.
Der Name MishMash wurde nicht bewusst entworfen, sondern entstand zufällig. Ein Freund in New York konnte sich nicht merken, wer Misha und wer Masha war, und verwendete kurzerhand dieses Wort. Es traf sofort einen Nerv. „Wir haben sofort verstanden, dass das genau passt“, erinnern sie sich. Der Name beschreibt nicht nur die Verschmelzung ihrer Identitäten, sondern auch ihre Haltung zur Kunst. „Es sind nicht nur unsere Namen“, erklären sie, „sondern unsere Herangehensweise an Kunst, weil wir mit Ordnung und Chaos in unterschiedliche Richtungen arbeiten und Ordnung aus Chaos und Chaos aus Ordnung entstehen lassen.“ Anstatt sich für einen Zustand zu entscheiden, bleibt MishMash bewusst in der Spannung zwischen beiden.
Ihr kollaborativer Prozess folgt keiner festen Struktur und kennt keine konstante Arbeitsteilung. Jedes Projekt entwickelt seinen eigenen Rhythmus. „Jedes Mal ist es anders“, erklären sie. Manchmal initiiert eine Person etwas und die andere reagiert darauf. Manchmal entsteht die Arbeit aus Zufall, aus Diskussionen oder aus räumlichem Denken. Ihre unterschiedlichen Ausbildungswege prägen diese Dynamik. Misha, ausgebildeter Architekt, beschreibt seine Zurückhaltung vor dem Machen. „Für mich ist es immer ein großer Schritt, von einer Idee zur tatsächlichen Umsetzung zu kommen“, sagt er. „Ich muss prüfen, ob es wirklich notwendig ist.“ Masha hingegen arbeitet durch Handlung. „Ich fange einfach an, etwas zu machen, und sehe, wo es endet“, sagt sie. Ihre Praxis bewegt sich zwischen diesen Impulsen, nicht als Konflikt, sondern als das, was sie selbst als Symbiose beschreiben.
Der Prozess nimmt in ihrer Arbeit eine zentrale Rolle ein und ist oft wichtiger als das fertige Ergebnis. Sie sprechen davon, während des Arbeitens in einen besonderen mentalen Zustand zu gelangen, in dem sich das Zeitgefühl verändert und die Aufmerksamkeit sich verdichtet. „Zeit wird sehr besonders, wenn man im Prozess ist“, erklären sie. „Besonderer, als wenn man außerhalb davon steht.“ Dieser Fokus auf die gelebte Erfahrung statt auf das Resultat hält ihre Arbeit offen und teilweise bewusst ephemer.
Gefundene Materialien tauchen immer wieder in ihrer Praxis auf, jedoch nie als starre Ideologie. MishMash lehnt feste Dogmen ab, da rigide Ideen aus ihrer Sicht unterdrückend werden können. „Wenn man für immer nur eine Idee hat, wird sie autoritär“, sagen sie. Dennoch lassen sich rückblickend bestimmte Tendenzen erkennen. „Wenn man analysiert, was wir machen, findet man immer wieder das Zurückkehren zu Recycling und Reduktion.“ Anstatt der Welt weitere Objekte hinzuzufügen, versuchen sie, Perspektiven zu verschieben, mit dem Vorhandenen zu arbeiten und Bedeutung durch Transformation entstehen zu lassen.
Inspiration kommt für MishMash nicht aus einer klar definierten äußeren Quelle. Sie erscheint unvorhersehbar und entspringt häufig eher unterbewussten Zuständen als gezielter Suche. Misha beschreibt sie als einen Moment, in dem „das Gehirn verschwindet“ und sich Fragmente von Erinnerungen plötzlich verbinden. „Ideen kommen aus dem Unterbewussten“, sagt er, „aber sie müssen einen Riss im Bewusstsein finden, um an die Oberfläche zu kommen.“ Solche Momente können durch das Umherstreifen in der Stadt, die Begegnung mit einem Objekt oder das Wahrnehmen von etwas Übersehenem ausgelöst werden. Das Duo lässt diese Impulse zu, ohne sie in vorgegebene Formen zu zwingen.
Ihre jüngeren Arbeiten in Berlin spiegeln ein wachsendes Interesse an Subtraktion, Fragmentierung und Integration wider. Das Einschneiden in Räume, das Entfernen statt Hinzufügen und das Arbeiten mit Abwesenheit sind zu Wegen geworden, auf Verdrängung und Anpassung zu reagieren. „Man kann es als Subtraktion oder als Integration sehen“, erklären sie und verweisen darauf, wie diese Gesten ihre eigene Erfahrung widerspiegeln, sich in einem neuen kulturellen Kontext zu verorten.
Durch das gesamte Werk von MishMash zieht sich eine konstante Sensibilität für Fragilität, Vergänglichkeit und Fürsorge. Zerfall, Erosion und Transformation werden nicht als Scheitern verstanden, sondern als Bedingungen des Lebens und des künstlerischen Arbeitens. Weniger als an definitiven Objekten sind sie an Situationen interessiert, in denen sich Bedeutung verschieben und weiterentwickeln kann.
Im Kern ist MishMash eine Praxis des Zusammenseins. Nach über zwei Jahrzehnten des gemeinsamen Lebens und Arbeitens ist ihre künstlerische Zusammenarbeit untrennbar mit ihrem Alltag verbunden. Kooperation, Intuition und Vertrauen prägen ihre Arbeit gleichermaßen. Anstatt Widersprüche aufzulösen, bleibt MishMash bei ihnen und lässt Ordnung und Chaos nebeneinander bestehen. So entsteht eine Praxis, die offen, reaktionsfähig und zutiefst menschlich bleibt.
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